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EPSa GmbH unterstützte die technische Umsetzung der Live-Übertragung des Hauptvortrages "Aspekte der Amblyopie- und Schielbehandlung" von Frau Dr. G. Gusek-Schneider |
Ich habe dieses Referat in 3 Hauptgruppen eingeteilt und möchte mit neueren Aspekten der Amblyopiebehandlung beginnen.
Die Amblyopiebehandlung interessiert bei einseitigen
Amblyopien nicht nur wegen des betroffenen Auges, sondern auch
wegen der statistisch nachweisbar höheren Verletzungsgefahr des
gesunden Auges.
Man kann zwei große Gruppen der Amblyopie unterscheiden:
Die Stimulusdeprivationsamblyopie und die Suppressionsamblyopie
beim monolateralen oder alternierenden Schielen.
Am gravierendsten sind unter den Stimulusdeprivationsamblyopien
natürlich die Veränderungen, die zu einer Verlegung der
optischen Achse führen können wie Lidhämangiome oder die
optischen Medien direkt betreffen, wie ein- oder beidseitige
Totalkatarakte . Ametropien und Strabismus finden sich bei
einigen Patientengruppen häufiger, auf einige wird im einzelnen
eingegangen.
Ein- und beidseitige dichte Katarakte müssen unmittelbar nach
der Geburt innerhalb der latenten Phase für die
Stimulusdeprivation ohne Hinterkammerlinsenimplantation
operiert werden. Die klinischen Ergebnisse unserer Klinik anhand
186 Patienten, 66 bilaterale, 54 unilaterale und die anderer
Autoren belegen eindeutig die schlechtere Prognose bei späterer
Operation, insbesondere bei den einseitigen Katarakten.
Selbstverständlich ist bei diesen Patienten eine intensive
Nachbetreuung erforderlich mittels Brillenverordnung,
Okklusionstherapie und im frühen Kindesalter einmal im Jahr eine
Narkoseuntersuchung zur Tensio- und Netzhaut kontrolle.
Die Brillenkontrolle muß vor dem Laufalter auf die Nähe, also
ca. 20 -25 cm erfolgen, d.h. 4-5 dpt als die ermittelten
Skaiskopiewerte verordnet werden, im Laufalter dann eine
Bifokalbrille.
Bei guter Compliance der Eltern passen wir harte Cl mit einer
Tragezulassung von 1 Woche an. Dazu messen wir die HH-Radien
unmittelbar vor der Cataraktextraktion. Wir empfehlen dann nach
einer Woche eine Trage pause von einem Tag, an dem dann die
Aphakiebrille getragen wird. Ziel ist, daß die Eltern das
tägliche Ein-und Aussetzen der Cl erlernen.
Wir haben die Erfahrung gemacht, daß dieser Modus von dem
kleinen Patienten bis zum Alter von ca. 1-11/2 toleriert wird.
Nach dieser Zeit kann insbesondere bei einseitigen Aphakien die
Hinterkammerlinsenimplantation zur Erleichterung der
Amblyopiebehandlung erwogen werden. Damit ist durch die Cl die
Zeit des größten Bulbuswachstums überbrückt und eine sehr
hohe Anisomyopieentwicklung nach der
Hinterkammerlinsenimplantation wird vermieden.
Partielle Katarakte werden in der Regel erst später bei
Zunahme der Trübung operationswürdig. Hauptkriterium ist dabei
der Funduseinblick und die Abbildbarkeit des Fixationssterns auf
der Foveola.
Die Cataracat polaris anterior, die meistens einen sehr kleinen
Durchmesser und guten Funduseinblick hat, führt aber durch die
zentrale Lage sehr häufig zur exzntrischen Fixation und damit
einer Amblyopie und bedarf daher engmaschiger Kontrolle.wir
empfehlen hier vor einer eventuell notwendig werdenden Operation
die Okklusionsbehandlung unter Weitstellung der Pupille.
Bei den partiellen ein-und beidseitigen Katarakten führen wir
nach Vollendung des 1- Lebenshalbjahres eine Kataraktextrakiton
mit Hinterkamerlinsenimplantation durch.Wir stellen nochmal die
bisherigen Ergebnisse bei den 3 Hauptgruppen vor. Die Cat.
Congenita varia umfassen auch die Cat. Zonularis.
Die günstigsten Ergebnisse, hier gezeigt an der Grenzmarke der
Lesefähigkeit werden bei den traumatischen und den Cat.
Zonularis erzielt.
Die hohe Anisomyopierate ist u.E. im Hinblick auf die Amblyopie
weniger gravierend als die bei reiner Aphakie vorliegende
Anisohyperopie.
Bei Oberlidhämangiomen und Unterlidhämangiomen muß neben
systemischer Cortisontherapie bei stärkerer Ausprägung auch der
Hornhautastigmatismus engmaschig kontrolliert werden.
Jetzt zu einigen Krankheitsbildern mit erhöhter Rate an
Amblyopie, Strabismus und Refraktionsfehlern, zunächst zur
Ptosis congenita.
Hier eine Kind mit Blepharophimose. Eine Operation sollte hier
möglichst erst nach Vollendung des 5. Lebensjahres erfolgen,
sofern die Amblyopiebehandlung durchführbar ist und keine zu
starke Kopfzwangshaltung vorliegt.
Deprivation- also die Ptosis selber- als alleinige Ursache der
Amblyopie ist bei allen Ptosisformen nach unseren Ergebnissen und
denen der Literatur eher selten und dann gering ausgeprägt.
Dagegen sind im Vergleich zu Reihenuntersuchungen die
amblyopiogenen Refraktionsfehler wie Hyperopie und Astigmatismus
deutlich haüfiger und zwar auch am Partnerauge.
Dasselbe gilt für amblopiogene Anisometropien und Strabismus
dementsprechend findet sich in einer sehr hohen Rate eine
Amblyopie nicht nur am Ptosis-sondern auch am Partnerauge.
Frühgeborene haben häufiger als Normalgeborene Strabismus,
Anisometropien und insbesondere Myopien. Neuere Literatur weist
auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Vorliegen einer
Retinopathia prämaturorum und der Entwicklung von Myopien hin.
Beim Down -Syndrom ist insbesondere Astigmatismus häufiger zu
finden als in Reihenuntersuchungen.
Astigmatismus ist auch ein häufiger Refraktionsfehler beim
okulären oder okulokutanen Albinismus, der die vorhandene
Amblyopie durch Foveolaaplasie und evtl vorhandenen Nystagmus
noch verstärken kann. Käsmann und Ruprecht fanden beim
okulokutanen Albinismus einen- allerdings statistisch nicht
signifikanten - Unterschied des Auftretens von Myopie und
Hyperopie bei tyrosinasenegativen und -positiven Formen des
okulukutanen Albinismus.
Hier finden Sie zusammmengefaßt, welche Refraktionsfehler nach
neuerer Literatur als amblyopiogen gelten und korrigiert werden
sollten.
Hyperopien bis zu 4 dpt und Astigmatismen bis zu 3 dpt im
Babyalter von unter 1 Jahr, sofern kein Schielen vorliegt
zunächst nur kontrollbedürftig.
Im späteren Lebensalter kann bei grenzwertigen Hyperopien die
Entscheidung ob Brille oder nicht vom binokularen Visus abhängig
gemacht werden, sofern kein Schielen vorliegt.
Entscheidend ist für die Akzeptanz der Brille der Brillensitz
mit breitem Nasensteg und elastischen Bügeln, die
Brillenberatung kann man sich durch das vom Berufsverband
herausgegebene Poster erleichtern.
Eine häufig von den Eltern gestellte Frage ist, ob durch die
Brille die Refraktionsentwicklung beeinflußt wird. Im
Tierversuch ist sowohl bei niedrigen Tierarten als auch bei
Primaten eine Hyperopieentwicklung durch Vorgabe von Pluslinsen
als auch umgekehrt eine Myopieentwicklung durch Minuslinsen
nachweisbar. Hier schematisch dargestellt : myopische
Defokussierung durch eine Pluslinse, hypothetisch wird
angenommene, daß hierdurch ein Shift der Sklera, im Sinne der
Hemmung des Bulbuswachstums und somit eine Hyperopisierung
stattfindet.
Die Ergebnisseder Tierversuche ließen sich bisher beim Menschen
nicht nachweisen, die Auskorrektur von Hyperopien führte nicht
weniger häufig zur Emmetropisation als das nicht Auskorrigieren,
und hatte insgesamt einen positiven Einfluß, nämlich
Verhinderung von Amblyopien und Strabismus.
Wie kann man Amblyopien und Strabismus schon im frühen
Kindesalter nachweisen ?
Neben Abdecktest und Beurteilung ob die Hornhautreflexe parallel
stehen
kann schon im Babyalter Fusion relativ schnell nachgewiesen
werden, indem man die Kinder eine kleine Lichtquelle fixieren
läßt und beidseits 12 oder 14 Prismen Basis außen vorhält.
Man sieht dann eine Fusionsbewegung nach innen und eine
Refusionsbewegung nach außen bei Wegnahme des Prismas. Eine hohe
Amblyopie kann ausgeschlossen werden, wenn das Kind unter Vorgabe
von einem Vertikalprisma die Fixation wechselt. Grundlage dieses
Testes ist, daß die vertikale Fusion meistens 2 Prismen nicht
überschreitet und daher 4 oder Prismen nicht mehr fusioniert
werden können. Auch ein positiver Lang Stereotest schließt eine
sehr hohe Amblyopie aus.
Mikrostrabismus kann ohne zu Hilfenahme von bildgebenden
Verfahren (auf Basis der Beurteilung der Purkinjereflexe) meiner
Meinung nach klinisch erst relativ sicher im Alter von ca. 3
Jahren ausgeschlossen werden, wenn eine Sehschärfenbestimmung
einigermaßen sicher möglich ist sowie die Fixationsprüfung.
Der Abdecktest alleine ist hier nicht ausreichend, da er auch
negativ ausfallen kann bei exzentrischer Fixation am betroffenen
Auge. Weiterhin hilfreich ist der Brücknersche
Durchleuchtungstest: die Pupille des betroffenen Auges leuchtet
heller auf und der 4 cm/m Basis außen Test: man sieht dann am
schielenden Auge keine Refusionsbewegung.
Der Okklusionsrhythmus bei monolateraler Amblyopie ist seit
Jahren etabliert:
Im ersten Lebenshalbjahr minutenweise, dann halbe Wachzeit, ab
Vollendung des ersten Lebensjahres Tage wie Lebensalter zu 1 Tag
beide Augen offen, Teilzeitokklusion bei Veränderungen mit
Binokularsehen. Wichtig ist, die Eltern gleich zu Beginn der
Okklusionstherapie auf die mögliche Dauer hinzuweisen, in vielen
Fällen ist es ratam, eine Ausschleichokklusion auch im
Schulalter durchzuführen, z.B. mit Mattfolie oder Bangerter
Folien.
Auf die Dauerokklusion gehe ich nachher ein, bei zu spät
entdeckter therapieresistenter Amblyopie eines Auges empfehlen
wir das Tragen einer Schutzbrille.
Bei weniger ausgeprägten Refraktionsfehlern kann die
Okklusionstherapie auch erst nach Visuskontrolle mit Brille und
dann noch vorhandener Amblyopie eingeleitet werden.
Ziel der Abklebbehandlung beim Schielen ist das Erreichen der
Alternation, auch dies muß gleich am Anfangmit den Eltern
besprochen werden, sowie gleiche Sehschärfe in Ferne und vor
allem auch in Nähe, geprüft mit dem Reihenvisus.
Eine streng alternierende Okklusion, also z.B. ganztags im
Wechsel ist wegen der zwar seltenen aber doch vorhandenen
Diplopiegefahr zu vermeiden.
Methodisch stehen verschiedenenVerfahren zur Verfügung. Am
sichersten ist die faciale Okklusion mit Pflaster, bei
ungenügenderCompliance können die Ausweichverfahren angewandt
werden.
Mattfolienokklusion sollte erst nach Erreichen in etwa gleicher
Sehschärfe an beiden Augen zur Visuserhaltung durchgeführt
werden.
Ergebnisse später Okklusionstherapie bei Amblyopie sind sehr
divergierend,
ich habe die Ergebnisse des letzten Jahres bei Kindern mit
exzentrischer Fixation durchgesehen , bei denen wir
größtenteils eine Dauerokklusion durchgeführt haben, also ein
Auge für ca. 3 Wochen abgeklebt haben. Dabei zeigt sich, daß
bei ungefähr ähnlichen Altersgruppen, Kinder mit
frühkindlichem Schielen am besten auf diese Therapie ansprechen,
während Amblyopieformen mit parafovealer Fixation am
therapieresistentesten sind, dies unterstreicht noch einmal die
Wichtigkeit des Ausschlusses von Mikrostrabismus und
Anisometropien im früheren Kindesalter.
Ich komme nun zum nächsten Kapitel des Referates, den
horizontalen Abweichungen:
Wir führen beim Innen und Außenschielen bis auf wenige
Ausnahmen kombinierte Operationen an den Horizontalmotoren an
einem Auge aus.
Wir richten uns dabei in der Op-Dosierung nach der im
deuschsprachigen Raum von Krizok und Gräf etablierten Dosierung
auf Basis der Achsenlänge. Als Eckpfeiler der Dosierung beim
Innenschielen seien genannt: 20mm , dann Hälfte der gemessenen
Gradzahl in mm, bei 23,5 mm 2/3 der gemessenen Gradzahl in mm.
Die Frage Früh-oder Spätoperationen beim frpühkindlichen
Innenschielen ist bis heute noch nicht geklärt. Weiterhin ist
ein gravierendes Argument gegen die Frühoperation die dann oft
fehlende Compliance bei der Amblyopiebehandlung, ein eindeutiger
Nachweis besseren Binokularsehens konnte bisher noch nicht
erbracht werden. Die Ergebnisse der Europäischen
Multizenterstudie diese Thema betreffend stehen noch aus. Ich
möchte mich aber an dieser Stelle bei den Augenärzten herzlich
bedanken, die uns bei der konsequenten Teilnahme unterstützen.
Beim nicht durch eine Akkommmodationstörung bedingten
Konvergenzexzeß ist die Therapie der Wahl die Fadenoperation
nach Cüppers.
Eine neuere Studie zeigt den Rückgang des Konvergenzexzesses bei
fehlenden großen Fernwinkel . Bei Mikrostrabismus mit phorischer
Komponente in der Ferne sollte zunächst der Fernwinkel operiert
werden.
Bei plötzlich auftretendem Schielen handelt es sich in den
meisten Fällen um einen dekompensierenden Mikrostrabismus,
Doppelbilder sind hier seltener.
Weniger häufig ist das normosensorische Spätschielen, meist
verbunden mit Doppelbildern und das alternate day squint, das
einen 12, 24 oder 48 h Rhythmus aufweist. Bei allen Formen stellt
sich die Frage einer Abklärung. Neuere Studien weisen darauf
hin, daß bei Fehlen zusätzlicher neurologischer Symptome eine
intrakranielle Erkrankung weniger wahrscheinlich ist.
Als Beispiel hier das Augenpaar eines Mädchens, bei dem das
Innenschielen nur kurzfristig an den Tagen nachzuweisen war, an
dem gering ausgeprägte Absencen auftraten und nach Einleitung
einerTherapie nicht mehr nachzuweisen war.
Ich kommen nun zu klinischen Beispielen von Motilitätsstörungen:
Adduktionsdefizite nach Tenotomien-hier vor und nach Wiedervorholung des Musculus rectus internus- werden im klinischen Alltag immer seltener. Die Motilitätstörung muß vor allem durch die Anamnese und Prüfung der Konvergenz von der internukleären Ophthalmoplegie abgegrenzt werden, ebenso muß differentialdiagnistisch eine Myasthenie ausgeschlossen werden (Ptosis).
Häufige Motilitätsstörungen bei der Myopia magna sind Abduktionsdefizite, die mit einer beiseitigen Resektion der Recti laterales behandelt werden. Liegt zusätzlich eine vertikale Abweichung vor, kann die Kernspintomografie darüber Aufschluß geben, welche Muskeln vom Bulbus abgeglitten sind und eventuell einer Fixierung mit haltbaren Fäden bedürfen.
Beim angeborenen Brown Syndrom-also Hemmung der Hebung in Adduktion durch Verdickung der Musculus obliquus superior Sehne - ist eine operative Therapie nur dann angezeigt , wenn Doppelbilder in Primärposition und eine gravierendere Kopfzwangshaltung vorliegen.Bei erworbenen Brownsyndromen müssen rheumatische Erkrankungen, Stirnhöhlenaffektionen und Leukosen sowie Lymphome ausgeschlossen werden, dann kann eine Therapie mit Cortison eingeleitet werden, hier ein Patient vor und nach Cortison Therapie. Viel seltener und durch Inkonstanz abzugrenzen ist das Obliquus superior Klick Syndrom , ähnlich dem schnellenden Finger ander Hand.
Operativ kann die Therapie des dekompensierenden Strabismus
sursoadductorius, also der Überfunktion des Musculus obliquus
inferior ähnlich der der Trochlearisparese sein. Der Strabismus
sursoadductorius ist eine häufige Schielabweichung, je nach
Statistik bis zu 25 % des Erwachsenenschielens. Er kann von einer
frischenTrochlearispareseabgegrenzt werden, durch länger
währende Anamnese, insbesondere der Kopfneigung, erhöhter
vertikaler Fusionsbreite, eventuell vorhandener
Gesichtsassymmetrie und Doppelbildern vor allem im Seitblick.
Hier derselbe Patient nach Rücklagerung des Obliquus inferiorund
Rücklagerung des kontralateralen Rectus inferior im Sinne der
Gegenparese.
Grundsätzlich sollte bei erworbenen Paresen, insbesondere Bei
Abducensparesen, aufgrund der Remissionsrate ca. 1 Jahr bis zu
einem operativen Eingriff gewartet werden.
Ausnahmen stellen dringende berufliche Indikationen dar und
Hirnstammläsionen, bei denen weniger häufig mit Remissionen zu
rechnen ist.
Hier die klinischen Dias einer Trochlarisparese, vor allem
durch Doppelbilder beim Abblick und die Anamnese
vomStrabismussursoadductorius abzugrenzen- vor und nach Faltung
des Obliquus superior.
Nach Faltung der Obliquus superior Sehne kann auch eine Rectus
inferior Rücklagerung im Sinne der Gegnparese am kontralateralen
Auge notwendig sein.
Bei der doppelseitigen Trochlearisparese, die durch gerínge oder
fehlende Vertikalabweichungaber sehr hohe Excyclorotation
gekennzeichnet ist, führen wir eine beidseitige Obliquus
superior Vorderrandfaltung nach Harada-Ito durch.
Bei allen Paresen, vor allem wenn zumindest zeitweise eine Ptosis mit vorhanden ist und Winkelschwankungen aufreten muß grundsätzlich an eine okuläre Myasthenie gedacht werden. Diagnostisch steht hier für den Ophthalmologen der Blickhaltetest an der Harmswand. der Edrophoniumchlorid Test besser bekannt als Tensilon Test an der Harmswand , die Bestimmung der Acetylcholinrezeptoren-Antikörper zur Verfügung. Beim Simpson Test beobachtet man, ob sich das Lid bei längerem Aufblick senkt. Hier ein klinische Beispiel einer okulären Myasthenie, dem klinischen Bild eines Strabismus sursoadductorius entsprechend. Die Ptose führte hier zur richtigen Diagnose.
Okulomotoriusparesen/ Rectus superior Parese bei Marcus Gunn
Okulomotoriusparesen können nur erfolgversprechend operiert
werden, wenn in irgendeiner Blikrichtung ein Blickfeld mit
binokularem Einfachsehen voliegt.
Dies ist bei partiellen Paresen der Fall.
Hier eine länger bestehnede Lähmung des Rectus superior
(Hypophysenadenom Z.n. OP) mit entsprechenden Doppelbildern im
Aufblick und Fusionsblickfeld im Abblick. Eine Rectus superior
Rücklagerung am Gegenauge erbrachte eine deutliche Besserung der
kompensatorischenKopfzwnagshaltung.
Rectus superior Schwächen sind relativ häufig beim Marcus Gunn
Phänomen.
Einer Fehlverschaltung des motorischen Trigeminusastes und des
Okulomotorius.Diese können erst im späteren Lebensalter
auftreten. Hier sollte vor einer Lidoperation dann eine Rectsu
superior Faltung vorgenommen werden.
Ein Beispiel für mechanisch bedingte Hebungsschwächen sind
die Muskelveränderungen des Rectus inferior bei der endokrinen
Orbitopathie
Hier führen wir entweder nur eine Rectus inferior Rücklagerung,
oder bei größereren Abweichungen auch eine gleichzeitige Rectus
superior Verkürzung durch.
Als letzte Gruppe möchte ich die Abduktionsdefizite anhand
klinischer Beispiele demonstrieren.
Unter den Stilling-Türk Duane Syndromen ist die häufigste Form
der Typ I mit ausschließlich Abduktionsdefizit. Ursache ist eine
vermutlich zentral bedingte Fehlverschaltung zwischen
Abducensfasernund Okulomotoriusfasern.
Operationswürdig ist der Befund nur, wenn eine extremere
Kopfwendung, in der räumliches Sehen vorhanden ist , vorliegt.
Die Operationsmethode der Wahl ist eine je nach Ausmaß der
Kopfzwangshaltung zu dosierende Rectus internus Rücklagerung am
betroffenen Auge.
Die Patienten müssen ausführlich darüber informiert werden,
daß die Operation ausschließlich der Verbesserung der KZH,
nicht der Motilität dient.
Bei den erworbenen Abducensparesen kann nach einem Jahr bei
fehlender Remission eine kombinierte Op an den Horizontalmotoren
vorgenommen werden.
Oft ist danach -wie auf dem rechten Dia zu sehen-die Motiltiät
im Seitblick noch nicht ganz komitant, obwohl keine Abweichung
mehr in Priärposition vorliegt.
Dies stellt die Indikation für eine Fadenoperation am
kontrallateralen Rectus internus dar, die Doppelbilder sind dann
nahezu vollständig behoben.
Bei Abducensparalysen, bei denen beider Abduktion die
Mittelposition nicht oder nur knapp erreicht wird, sollte in
keinem Fall eine Resektion des Rectus lateralis erfolgen, da dann
aufgrund der Gefahr der Vorderabschnittsischämie weitere
operative Maßnahmen blockiert sind.
Wir bieten seit kurzer Zeit an, im akuten Fall, bei
Abducensparesen und -paralysen eine Botulinuminjektion in den
Rectus medialis des betroffenen Auges vorzunehmen. Operativ ist
dann eine Transpositionsoperation der vertikalen geraden
Augenmuskeln nach außen angezeigt.
Bei dieser Operation ist grundsätzlich die Gefahr einer
Vorderabschnittischämie, in der Regel gering ausgeprägt und
reversibel , gegeben. Wir führen bei Risiskopatienten , zu denen
Patienten mit Netzhautaffektionen und endokriner Orbitopathie
sowie Gefäßleiden gehören zur klinischen Verlaufsbeobachtung
die Laserflare-Tyndallometrie durch. Veränderungen können auch
erst am zweiten postoperativen Tag auftreten und sind unter
örtlicher Steroidtherapie reversibel.
Die Seltenheit dieser Komplikation entspricht den Ergebnissen
anderer Auoren.
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