AUGENHEILKUNDE 214/1999HEFT 5

Abstracts:


S. 260-262 (Art. 500)

Effet du Naftidrofuryl (Praxilène®) sur le flux sanguin de la tête du nerf optique du patient glaucomateux
Farid Achache, Patrick Titzé, Armand Movaffaghy, André Mermoud

Zusammenfassung

Hintergrund Bestimmung des Effektes eines S2 spezifischen antiserotoninergen Pharmakon (Naftidrofuryl) auf den Blutfluß im Sehnerven bei Glaukompatienten.

Methode Bei 11 Glaukompatienten wurden mit Laserdopplertechnik folgende Daten gemessen: Der Blutfluß, die Strömungsgeschwindigkeit und das Blutvolumen. Gemessen wurde an zwei Stellen des Sehnervens. Am Rande der Papille und im Zentrum der Exkavation. Die Messungen wurden vor, sowie 1 und 2 Stunden nach Einnahme von Naftidrofuryl durchgeführt. Die Messungen wurden nach 1 Woche Medikamenteneinnahme wiederholt.

Resultate Es konnte eine Verbesserung des Perfusionsdruckes (pp0,02) und eine Erhöhung des mittleren Arteriendruckes in der arteria ophthalmica nachgewiesen werden (pp0,03).

Schlußfolgerungen In einem kurzen Zeitverlauf kann die Einnahme von Naftidrofuryl die Perfusion im Sehnerven des Glaukompatienten verbessern. Weitere Untersuchungen sind notwendig.

Schlüsserwörter Naftidrofuryl - Durchblutung des Sehnerven - Laser-Doppler-Messung

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S. 263-265 (Art. 501)

Membrangebundene Carboanhydrase (CA IV) im menschlichen kornealen Epi- und Endothel
Thomas J Wolfensberger, Isabelle Mahieu, Nicholas D Carter, Etienne Hollande, Matthias Böhnke

Zusammenfassung

Fragestellung Aktiver HCO3P-Transport vom Stroma durch die Endothelzellschicht führt zu einer Dehydration der Hornhaut. Transmembranaler HCO3P-Transport wurde zudem mit dem kürzlich charakterisierten membrangebundenen Isoenzym der Carboanhydrase (CA IV) in verschiedenen Organen assoziiert. Wir untersuchten die Lokalisation von CA IV in frischem und kultiviertem Epi- und Endothel mittels Licht- (LM) und Elektronenmikroskopie (EM).

Methoden Mittels der gereinigten g-Globulin-Fraktion eines polyklonalen Huhn-anti-hCA-IV-Antikörpers wurde das Enzym immunhistochemisch in post-mortalem Hornhäuten mittels LM sowie in Epi- und Endothelzellkulturen mittels LM- und EM-Immunhistochemie untersucht.

Resultate LM des frischen Gewebes zeigte CA-IV-Immunreaktivität in der ganzen Zirkumferenz der Endothelzellmembran sowie in einigen Zellen der Basalzellschicht des Epithels. Immunhistochemie mit EM zeigte deutliche auf die Zellmembran beschränkte Immunreaktivität der konfluenten Kulturen von Epi- und Endothelzellen.

Schlußfolgerung Die Lokalisation von CA IV in der Zellmembran von frischem und kultiviertem cornealen Endothel weist auf das Vorhandensein eines membrangebundenen Ionenaustauschmechanismus hin, der für den HCO3P- sowie Flüssigkeitstransport vom Stroma in die Vorderkammer wichtig sein könnte. Die Kompromittierung dieses Mechanismus im Rahmen einer Therapie mit lokalen Carboanhydrasehemmern könnte bei gewissen cornealen Pathologien von klinischer Bedeutung sein.

Schlüsselwörter Membrangebundene Carboanhydrase - Hornhaut - Epithel - Endothel

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S. 266-269 (Art. 502)

Farb- und Formveränderungen der Iris
Josef Wollensak

Zusammenfassung

Hintergrund Die hohe Variabilität von Struktur und Farbe der Iris kann in vielen Fällen diagnostische Hinweise geben.

Methode Übersicht über die mannigfaltigen Veränderungen der Iris und möglichen Blickdiagnosen.

Resultate Morphologie, Ätiologie und Therapie von Irisveränderungen in kurzen Hinweisen.

Schlüsselwörter Iris - Form - Farbe - Tumoren

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S. 270-271 (Art. 525)

Titrierbare intraoperative Anästhesie und postoperative Analgesie
Wido M. Budde, Jost B. Jonas, Thomas M. Hemmerling, Michael Dinkel

Zusammenfassung

Fragestellung Ziel dieser Pilotstudie war, einen temporären Retrobulbärkatheter für die wiederholbare Anästhetika-injektion zur intraoperativen Lokalanästhesie und zur postoperativen Analgesie zu untersuchen.

Methoden Die Studie beinhaltete 40 Patienten, bei denen eine Pars-plana-Vitrektomie (np24) oder eine retinale und Zyklokryokoagulation (np16) durchgeführt wurde. Nach Retrobulbärinjektion durch eine 23G Kanüle wurde ein handelsüblicher 28G Spinalkatheter durch die Kanüle in den Retrobulbärraum vorgeschoben. Bei Schmerzsensationen peri- oder bis zu 24h postoperativ wurden durch den Katheter Lokalanästhetika nachinjiziert.

Ergebnisse 13 Patienten benötigten im Rahmen einer Pars-plana-Vitrektomie intraoperativ eine Nachinjektion. 13 Patienten nach Pars-plana-Vitrektomie und alle Patienten nach Zyklokryokoagulationen erhielten postoperativ bis zu 6 Nachinjektionen zur Analgesie nach jeweils 1,3-5 Stunden. Jeweils nach 2 Minuten wurde Schmerzfreiheit erreicht. Die Entfernung des Katheters 24 Stunden nach der Operation erfolgte komplikationslos.

Schlußfolgerungen Ein temporärer Retrobulbärkatheter ermöglicht die wiederholbare Injektion von Lokalanästhetika und kann somit zur titrierbaren intraoperativen Anästhesie und postoperativen Analgesie eingesetzt werden.

Schlüsselwörter Lokalanästhesie - Intraokulare Chirurgie - Katheter

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S. 272-274 (Art. 503)

Mechanisches Modell für Okular-Pulsatilfluß zur Prüfung des ,Ocular Blood Flow' (OBF)-Gerätes mit bekannten Druckpulsationen
Phillip Hendrickson

Zusammenfassung

Hintergrund Die Augenperfusion besteht aus glattem und pulsatilem Fluß. Letzterer wird mit dem ,Ocular Blood Flow' (OBF)-Gerät (O.B.F. Ltd, Crowshearst, GB) klinisch gemessen.

Methoden Um den pulsatilen Fluß mechanisch darzustellen und damit das OBF-Gerät zu prüfen, wurden ein mechanisches ,Auge' und ein Perfusionsmodell gebaut:
1) Als ,Auge' diente eine aus Messing gebaute Kammer (9 cm3), welche mit Ein- und Ausgangsschläuchen versehen wurde. Auf der Vorderseite der Kammer wurde eine dünne Gummimembran (COSANO, Nr. 5203.106, Migros AG, Zürich) aufgespannt, welche als mechanische ,Hornhaut' durch Pulsationen des Kammerdrucks bewegt wird.
2) Das Perfusionsmodell besteht aus zwei aus Plastik gebauten, an eine senkrechtstehende optische Bank aufgehängten Reservoiren, welche stets mit Wasser aufgefüllt und an das ,Auge' angeschlossen wurden. Zwischen diesen ,systolischen' und ,diastolischen' Perfusionssäulen wurde ein computergesteuertes Ventil geschaltet, so daß die Dauer, Frequenz und Stärke (Säulenhöhe) der beiden Perfusionsphasen unabhängig voneinander geregelt wurden. Der Kammerdruck wurde an der ,Hornhaut' mit dem OBF-Gerät gemessen.

Ergebnisse Selbst geringfügige Änderungen der Parameter wurden vom OBF-Gerät erfaßt.

Schlußfolgerung Am Prüfmodell zeigte das OBF-Gerät eine hohe Empfindlichkeit und treue Wiedergabe etwaiger Pulsationen des ,Augen'-innendrucks.

Schlüsselwörter Modell-,Auge' - OBF-Gerät - pulsatiler Fluß - Augeninnendruck - mechanisches ,Herz'-Modell

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S. 275-276 (Art. 523)

Mechanisches Fundusperfusions-Modell: Blutflußgeschwindigkeiten ermittelt durch ICG-Angiographie und Heidelberg Retina Flowmetry
Phillip Hendrickson, Therese DeMel, John C. Peterson

Zusammenfassung

Hintergrund Heidelberg Retina Flowmetry (HRF) wird häufig in der Augenforschung verwendet, ungeachtet der Tatsache, daß die Ergebnisse ohne Maßeinheiten angegeben werden.

Methoden Um mit einer bekannten Flußgeschwindigkeit das HRF-Gerät physikalisch zu prüfen, haben wir ein Durchflußkämmerchen gebaut, in dessen Verlauf drei Querschnitte (1,93 mm2, 3,33 mm2 und 5,08 mm2) eingefräst wurden. Bei der gleichen bekannten, wiederholbaren Einstellung einer Perfusionspumpe (Perfusor Secura FT, B. Braun Medical AG, Sempach, CH) konnte in den drei Stufen die Flußgeschwindigkeit heparinisierten Menschenblutes mit dem HRF, dann mittels digitaler ICG-Angiographie (Heidelberg Retina Angiography) erfaßt werden. Beim HRF-Meßverfahren wurden das 20!5º-Meßfeld und das 20!20-Pixel-Meßfenster gewählt, um den HRF-Parameter "VELOCITY" in allen 3 Kammerabschnitten auf demselben HRF-Bild erfassen zu können.

Ergebnisse Für die drei Stufen ermittelte das ICG-angiographische Verfahren Flußgeschwindigkeiten von 11,5 mm/s, 6,7 mm/s bzw 4,4 mm/s. Die entsprechenden HRF-ermittelten Ergebnisse betrugen 5,3, 4,2 bzw. 3,4 (ohne Maßeinheiten).

Schlußfolgerungen Die phänomenologisch gemessenen Werte der Flußgeschwindigkeit (ICG-Angiographie) verhielten sich linear (aber nicht numerisch übereinstimmend) zu den Werten, welche unter gleichen Flußbedingungen vom HRF-Gerät ermittelt wurden.

Schlüsselwörter Netzhautperfusionsmodell - HRA - HRF - Perfusionspumpe - Angiographie

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S. 277-279 (Art. 504)

Complications secondaires à la chirurgie des membranes épirétiniennes
Guy Donati, Anastasios D. Kapetanios, Constantin J. Pournaras

Nebenwirkungen chirurgischer Eingriffe an epiretinalen Membranen

Zielsetzung Die chirurgische Ablation von epiretinalen Membranen führt in 80-90% der Fälle zu einer Verbesserung des Sehkraft. Es ist jedoch häufig mit verschiedensten Nebenwirkungen zu rechnen.

Material und Methode 70 Fälle mit idiopathischer oder sekundärer epiretinaler Membrane wurden überprüft. Der Augenzustand vor der Operation, die Nebenwirkungen der Operation und der postoperative Augenzustand wurden verglichen.

Resultate In allen Fällen war es möglich, die epiretinale Membrane zu entfernen. Die Sehschärfe verbesserte sich im Mittel um 2/10. Die am häuffigsten auftretenden Komplikationen waren Katarakte (50%) und periphere Netzhautrisse (14%). Die Prognostik des Visus wurde jedoch dadurch nicht verschlechtert.

Schlußfolgerung Die chirurgische Ablation der epiretinalen Membrane ermöglicht eine Verbesserung der Sehfunktion. Obwohl postoperative Komplikationen relativ häuffig auftreten, haben diese keine ungünstige Prognostik.

Schlüsselwörter epiretinale Membranen - Chirurgie

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S. 280-281 (Art. 505)

Donneurs de NO et occlusion veineuse rétinienne
Guy Donati, Anastasius D. Kapetanios, Constantin J. Pournaras

NO-Donatoren und retinale Venenastokklusion

Zielsetzung Die Entwicklung von weiten undurchbluteten Kapillarzonen nach Venenastokklusion (VAO) ist mit dem Auftreten von sekundären Arterienverengungen im befallenen Gebiet korrelliert. Der lokale Abfall der Stickstoffmonoxidkonzentration (NO) der kurz nach einer VAO beobachtet werden kann, ist für diese Arterienverengungen verantwortlich. Wir haben untersucht, ob es möglich ist, mit Hilfe der lokalen Verabreichung eines NO-Donators, in den auf eine VAO folgenden Stunden, die Arteriendurchmesser im befallenen Gebiet auf deren Maß vor der Okklusion zurückzuführen.

Material und Methode Beim Miniaturschwein wurden nach experimentaler VAO gleichzeitig präretinale NO-Gradienten und Arteriendurchmesser aufgenommen. Die Auswirkungen der präretinalen Injektion von "Natrium-Nitroprussiat" (NO-Donator) auf den Arteriendurchmesser nach VAO sind untersucht worden.

Ergebnisse Eine signifikante Arterienverengung (mittlerer Arteriendurchmesser: 92,1B3,3% des Durchmessers vor der VAO, Np7, pp7,4!10P5) und ein gleichzeitiger Abfall des präretinalen NO (präretinaler [NO]: 20B15,6% des Wertes vor der VAO, Np5, pp0,0003) wurden 4 Stunden nach der VAO gemessen. Die Mikro-Injektion des NO-Donators (Natrium-Nitroprussiat, 1 mM) ins Gebiet der verengten Arterie hatte eine lokale reversible Gefäßerweiterung zur Folge, welche 20 Minuten nach der Injektion ihren Maximalwert erreichte (mittlerer Arteriendurchmesser: 110,8±7,5% des Durchmessers vor der Injektion, Np6, pp0,02). 60 Minuten nach der Injektion wurde ein Rückgang des Durchmessers auf seinen Ausgangswert vor der Injektion festgestellt (Np6).

Schlußfolgerung Die lokale Verabreichung von NO-Donatoren nach einer VAO kann zu einer Normalisierung der arteriellen Blutzirkulation beitragen und dadurch die Versorgung des ischämischen Netzhautgebietes mit Sauerstoff und Nahrung verbessern. (FNSRS n° 32-49543.96)

Schlüsselwörter NO-Donatoren - Venenastokklusion

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S. 282-284 (Art. 506)

Résultats et complications de la chirurgie des trous maculaires idiopathiques
Anastasios D. Kapetanios, Guy Donati, Constantin J. Pournaras

Resultate und Nebenwirkungen chirurgischer Eingriffe bei idiopathischen makulären Löchern

Zielsetzung Untersuchung der anatomischen und funktionellen Ergebnisse bei chirurgischer Behandlung von idiopathischen makulären Löchern sowie der Auswirkungen der häufigsten Nebenwirkungen auf die Erholung der Sehfunktion.

Material und Methoden Wir überprüften 29 Augen, deren idiopathisches makuläres Loch (Stadium 2 und 3) mit einer Vitrektomie und anschließender Entfernung der epiretinalen Membrane behandelt wurden. Der Augenzustand vor der Operation, die Nebenwirkungen der Operation und der postoperative Augenzustand wurden verglichen.

Resultate Eine anatomische Schließung des Loches mit Stabilisation der Sehfunktion wurde in 93% der Fälle nach einem (76%) oder zwei Eingriffen erreicht. Die am häufigsten auftretenden Komplikationen waren Katarakte (71%), Veränderungen des Pigmentepithels (24%) und periphere Netzhautrisse (14%).

Schlußfolgerung Der chirurgische Eingriff bei idiopathischen makulären Löchern führt in den meisten Fällen zu einem anatomischen Erfolg. Die am häufigsten auftretenden Komplikationen des Eingriffes haben keinen ungünstigen Einfluß auf die resultierende Sehfunktion.

Schlüsselwörter Idiopathische makuläre Löcher - Chirurgie - Nebenwirkungen

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S. 285-287 (Art. 507)

Mesure du flux sanguin choroïdien au moyen d'un nouvel instrument laser Doppler confocal
Martial H. Geiser, Charles E. Riva, Ulrich Diermann

Aderhautblutfluß-Messung mit einem neuen konfokalen Laser-Doppler-Gerät

Hiermit stellen wir ein neues Gerät für die Messung des Aderhautblutflusses in der Fovea vor. Die Technik des Gerätes basiert auf der Laser-Doppler-Methode und auf einem konfokalen optischen System, mit welchem das frequenzverschobene Licht "indirekt" detektiert wird.

Methode Die Intensität des Laserstrahls (785 nm) beträgt an der Hornhaut 90 mW. Die Messungen wurden an einer normalen Population von 21 Probanden unter gleichbleibenden Bedingungen ohne dilatierter Pupille vorgenommen.

Resultate Die Reproduzierbarkeit des choroidalen Blutflusses beträgt bei 5 Messungen zu je 10 s Dauer 9%. Die minimale detektierbare Änderung, die eine statistische Bedeutung (p = 0,05) für eine Population mit 21 Probanden hat, beträgt 9%.

Zusammenfassung Dieses neue kompakte Gerät wird für die physiologischen und pharmakologischen Untersuchungen des Blutflusses in der Aderhaut und für die Effekte der altersbedingten Maculadegeneration geeignet sein.

Schlüsselwörter Aderhautblutfluß - Laser-Doppler-Flußmessung - konfokale Optik - Fovea

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S. 288-290 (Art. 508)

Das Elektroretinogramm (ERG) der Maus: normative Werte, optimierte Stimulation und Ableitung
Nicole Kueng-Hitz, Pascal Rol, Günter Niemeyer

Zusammenfassung

Hintergrund Zur Erfassung der Netzhautfunktion an zahlreichen Tiermodellen dient das Elektroretinogramm (ERG). Wir stellen hier geeignete Stimulations- und Ableitbedingungen für die dunkeladaptierte, anästhesierte Maus vor.

Methode Mäuse (np15) wurden während 14 Stunden dunkeladaptiert und mit einer Einzeldosis Xylazin/Ketamin i.p anästhesiert. Nach Pupillendilatation wurde eine d.c.-Fadenelektrode oder eine AgCl-Kontaktlinsenelektrode auf der Cornea positioniert. Das Elektroretinogramm (ERG) wurde durch Ganzfeldstimulation über einen Bereich von 6 log Einheiten (8!10P2 - 8!104 cd/m2) erhalten. Intensität, Dauer und Intervalle der Lichtreize wurden getrennt variiert.

Ergebnisse Unter streng kontrollierten experimentellen Bedingungen werden reproduzierbare Werte der Amplituden-Intensitäts-Funktionen für die a-, b- und c-Welle registriert. Für die c-Welle eignet sich eine lange Reizdauer von 4 Sekunden in d.c.-Verstärkung. Die Position der d.c.-Fadenelektrode auf der Cornea kann die ERG-Amplitude beeinflussen. Bei Ableitung mit einer Kontaktlinsenelektrode ist die b-Wellen-Amplitude im Mittel um 20% kleiner als bei Ableitung mit einer zentral positionierten d.c.-Fadenelektrode. Um Helladaptationsvorgänge für die a- und b-Welle bei hohen Licht-Intensitäten zu vermeiden, muß ein Intervall von mindestens 60 Sekunden gewählt werden.

Schlußfolgerungen Eine sichere Beurteilung der Netzhautfunktion bei den verschiedenen Tiermodellen erfordert reproduzierbare ERG-Werte über einen großen Intensitätsbereich. Diese werden nur unter streng standardisierten experimentellen Bedingungen erhalten.

Schlüsselwörter Elektroretinogramm - Maus - Retina

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S. 291-294 (Art. 510)

Zentrale Hornhauterkrankungen
Beatrice E. Frueh

Zusammenfassung

Hintergrund Zentrale Hornhautpathologien, wenn nicht frühzeitig diagnostiziert und behandelt, können zu einer irreversiblen Sehverminderung führen. Diese Übersichtsarbeit befaßt sich mit der Differentialdiagnose zentraler Hornhauttrübungen beim Neugeborenen und des zentralen Hornhautulkus sowie mit der Behandlung von sterilen, zentralen Keratolysen.

Material und Methoden Persönliche Erfahrung des Autors sowie Review der Literatur.

Ergebnisse Flußdiagramme für Diagnosestellung und Behandlungsstrategie wurden ausgearbeitet.

Schlußfolgerungen Hornhauttrübungen beim Neugeborenen sind eine Notfallsituation. Die richtige Diagnosestellung, insbesondere der Ausschluß eine kongenitalen Glaukoms, ist für die erfolgreiche Behandlung und somit Verhinderung einer Amblyopie ausschlaggebend. Beim infektiösen Hornhautulkus muß eine mikrobiologische Diagnose forciert werden, um gezielt therapieren zu können. Bei fehlendem Ansprechen auf Standard-Tropf-Therapie müssen seltenere Bakterien, Parasiten und Viren oder Compliance-Probleme unbedingt in Erwägung gezogen werden. Die zentrale sterile Keratolyse, die am häufigsten bei Patienten mit chronischer Polyarthritis vorkommt, muß intensiv kontrolliert und behandelt werden und die Indikation für eine allfällige Immunsuppression früh genug gestellt werden, um die Ausbildung einer Descemetozele oder eine spontane korneale Perforation zu verhindern.

Schlüsselwörter Hornhaut - kongenital - Ulkus - Akanthamöba - Keratitis - chronische Polyarthritis

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S. 295-299 (Art. 511)

Untersuchung der Papille und Nervenfaserschicht beim Glaukom
Daniel S. Mojon, André Mermoud

Zusammenfassung

Hintergrund Zur Diagnostik und Verlaufsbeobachtung beim Glaukom gehört eine genaue Beurteilung der Papille und der Nervenfaserschicht.

Methoden Neben der klinischen Untersuchung der Papille und Nervenfaserschicht werden auch apparative Untersuchungsmethoden mittels Heidelberg-Retina-Tomograph und Nerve-Fiber-Analyzer vorgestellt.

Ergebnisse Zeichen einer Glaukompapille sind ein Unterschied des vertikalen Verhältnisses von Exkavation zu Papillengröße (E/P) zwischen den Augen größer als 0,2, ein vertikaler E/P-Wert größer als der horizontale, größere E/P-Wert bei kleinen Papillen, schmalste Stelle des neuroretinalen Randsaumes nicht mehr temporal, Kerbenbildung im neuroretinalen Randsaum, Vergrößerung der Zone Beta der parapapillären chorioretialen Atrophie und Papillenrandblutungen. Der Verlust der Nervenfaserschicht kann diffus oder lokalisiert erfolgen. Beide Ausfallstypen können gleichzeitig vorkommen.

Schlußfolgerungen Eine genaue Kenntnis aller Zeichen einer Glaukompapille und der Formen des Nervenfaserschichtverlustes ermöglicht eine frühere Glaukomdiagnose und ein rascheres Erkennen der Glaukomprogression.

Schlüsselwörter Papille - Nervenfaserschicht - Glaukom - Untersuchungstechniken - Nerve Fiber Analyzer - Heidelberg-Retina-Tomograph

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S. 300-301 (Art. 512)

Austritt des retinalen Zentralgefäßstammes und Ausprägung der parapapillären Atrophie
Wido M. Budde, Jost B. Jonas, János Németh, Anselm E. Gründler

Zusammenfassung

Hintergrund Ziel der Studie war, die Abhängigkeit der Ausprägung der parapapillären Atrophie bei Glaukomerkrankungen von der Position des Gefäßstammes auf der Lamina cribrosa zu untersuchen.

Patienten und Methode Farbige Stereodiapositive der Papille von 79 Patienten mit Offenwinkelglaukom und von 53 normalen Probanden wurden morphometrisch untersucht. Die Position des Gefäßstammes und die Fläche der parapapillären Atrophie wurde in vier 90°-Sektoren bestimmt.

Ergebnisse Nach Normalisierung der Flächen war in den Augen mit Offenwinkelglaukom die sektorielle Atrophiefläche größer in dem Papillensektor, der dem Sektor mit dem Gefäßstamm gegenüberlag, als in dem Sektor mit dem Austritt des Gefäßstamms.

Schlußfolgerung Die Position des Austritts des Gefäßstammes auf der Lamina cribrosa beeinflußt die Ausprägung der parapapillären Atrophie bei Glaukomerkrankungen: Je größer der Abstand des Gefäßstammes, desto größer ist die parapapilläre Atrophie.

Schlüsselwörter Offenwinkelglaukom - parapapilläre Atrophie

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S. 302-304 (Art. 513)

Effet d'une diminution de la pression de perfusion oculaire sur le flux sanguin dans l'iris mesuré par fluxmétrie laser Doppler*
Stéphane R. Chamot, Armand Movaffaghy, Benno L. Petrig, Charles E. Riva

Effekt der Reduktion des okulären Perfusionsdruckes auf den Blutfluß in der Iris, gemessen mit Laser-Doppler-Flowmetrie

Fragestellung Gibt es eine Autoregulation des Blutflusses in der Iris (IBF) während akuter Reduktionen des mittleren okulären Perfusionsdrucks (PPmpMOAPPIOP, MOAPp mittlerer Blutdruck in der ophtalmischen Arterie) induziert durch Erhöhungen des Augeninnendrucks (IOP)?

Methoden Der Blutfluß in der Iris wurde mit einer Spaltlampe gemessen, die mit einem Laser-Doppler-Flowmetrie (LDF)-System versehen wurde. IBF-Messungen wurden in 12 gesunden Probanden (14 bis 59 Jahre alt) durchgeführt. IOP wurde mit Hilfe eines Saugnapfs erhöht, die temporalseitig auf die Lederhaut aufgesetzt wurde. In Exp. #1 wurde der Saugdruck des Napfs in Schritten von 50 oder 100 mmHg, die je ca. 10 s dauerten, bis zu einem Wert oberhalb von MOAP erhöht. In Exp. #2 wurde der Saugdruck in 4 Schritten, die je 2 min dauerten, auf 200 mmHg erhöht.

Resultate In Exp. #1 änderte sich IBF erst dann signifikant, wenn PPm um mehr als 23% reduziert wurde; die weitere Reduktion von PPm hatte eine lineare Abnahme von IBF (p < 0,01) zur Folge. In Exp. #2 wurde ebenfalls eine signifikante Korrelation zwischen IBF und PPm beobachtet (p < 0,001). Nach der Entfernung des Saugnapfs erhöhte sich IBF signifikant und transient auf 79% oberhalb des Ruhewerts. Schlußfolgerungen Die Resultate deuten darauf hin, daß IBF einerseits durch schwache Reduktionen von PPm (< 23%) reguliert wird, aber andererseits eine weitere Reduktion nicht kompensiert wird.

Schlüsselwörter Laser-Doppler-Flowmetrie - Blutfluß - Iris - Augeninnendruck - Regulation - Hyperhemie

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S. 305-310 (Art. 514)

Erkrankungen der vitreomakulären Grenzfläche
Fritz Koerner, Justus Garweg

Zusammenfassung

Hintergrund Eine pathologische vitreomakuläre Adhäsion ist gemeinsamer pathogenetischer Mechanismus verschiedener klinischer Krankheitsbilder wie idiopathischer epimakulärer Membran, vitreomakulärem Traktionssyndrom im engeren Sinne und Makulalochbildung. Therapie der Wahl ist die Vitrektomie. Anatomische und funktionelle Resultate von 207 eigenen Fällen werden diskutiert.

Methoden Die Resultate nach Vitrektomie von 3 Patientengruppen wurden einander gegenübergestellt: idiopathische epimakuläre Membran (Gruppe 1; np52), vitreomakuläres Traktionssyndrom (Gruppe 2; np48) und Makulaloch (Gruppe 3; np107, davon 33 Augen ohne und 74 Augen mit Amotio). Während der Vitrektomie wurde unter kontinuierlicher Luftinfusion nach einer epimakulären Glaskörperkortexschicht gesucht und diese nach Möglichkeit exzidiert. In Gruppe 3 wurde darüber hinaus der Effekt einer Eigenbluttamponade von Makulalöchern als Ergänzung zur Vitrektomie mit Lufttamponade untersucht.

Ergebnisse Eine makuläre Glaskörperadhäsion wurde in 56% der Gruppe 1, 74% der Gruppe 2 und 84% der Gruppe 3 gefunden. Eine Visusbesserung wurde in 54% der Gruppe 1, in 62% der Gruppe 2 und in 50% aller Fälle der Gruppe 3 erreicht. Gute Visusresultate (0,4 und besser) waren häufiger bei einem Ausgangsvisus von 0,2 oder besser (57% der Gruppe 1, 65% der Gruppe 2 und 48% der Gruppe 3). Eine postoperative Cataractentwicklung war Hauptursache für einen reduzierten Endvisus (23 von 59 Augen; 39%). In Augen der Gruppe 3 mit Amotio und/oder Myopie konnte eine signifikante Visusbesserung nur nach Eigenbluttamponade des Makulalochs erreicht werden.

Schlußfolgerungen Eine pathologische vitreomakuläre Adhäsion wurde intraoperativ in der Mehrzahl der Fälle von idiopathischen epimakulären Membranen, vitreomakulärem Traktionssyndrom und Makulalöchern nachgewiesen. Signifikante Besserungen funktioneller Störungen wie Visusminderung und Metamorphopsien rechtfertigen den Einsatz der vitreoretinalen Chirurgie bei klinischen Syndromen mit vitreomakulärer Traktion.

Schlüsselwörter Epimakuläre Membran - hintere Glaskörperabhebung - Makulaloch - Vitrektomie - vitreomakuläres Traktionssyndrom

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S. 311-316 (Art. 515)

Makulaödem: Vom Symptom zur Diagnose
Peter Bischoff

Zusammenfassung

Hintergrund Das Krankheitsbild "Makulaödem" wird auf dem Weg vom Symptom zur Diagnose diskutiert. Die 9 wichtigsten Differentialdiagnosen werden aufgeführt und aktuell gültige Therapieempfehlungen werden kurz zusammengefaßt.

Material und Methode Diese Übersichtsarbeit basiert auf Literaturangaben sowie eigenen Fallvorstellungen.

Ergebnisse

  • Symptome des Makulaödems sind Visusabfall, Mikropsie, Metamorphopsie, reduziertes Farbsehen sowie ein Zentral- oder Parazentral-Skotom.
  • Abklärungen durch den Augenarzt umfassen die Anamnese (Alter, Diabetes, Hypertonie, Autoimmunerkrankungen, durchgemachte Kataraktoperation?), eine genaue Untersuchung des Fundus möglichst mit Spaltlampe und einer Kontakt- oder Non-Kontaktlinse, wobei hier sowohl auf eine Verdickung der Netzhaut als auch auf das Vorliegen von harten Exsudaten im Bereich der Makula geachtet werden muß. Zur Differentialdiagnose und für eine allfällige Behandlung ist häufig die Fluoreszenz-Angiographie wichtig, welche neben einer Leckage aus Kapillaren allenfalls ein zystoides Makulaödem, einen Quellpunkt oder auch eine choroidale Neovaskularisation zeigen kann.
  • Die Differentialdiagnose umfaßt die folgenden häufigsten Gruppen: alterskorrelierte Makuladegeneration (exsudative Form)/diabetisches Makulaödem (fokal oder diffus)/ Makulaödem nach Venenast- oder Zentralvenen-Thrombose/Retinopathia centralis serosa/Irvine-Gass-Syndrom nach Katarakt-Operation/Uveitis/epiretinale Fibroplasie/Juxtafoveoläre Teleangiektasien und Tumor (Aderhaut-Melanom/-Metastase/-Hämangiom).
  • Therapie: Neben der selten möglichen kausalen Therapie kommen die Laserkoagulation, anti-entzündliche und ausschwemmende Medikamente, allenfalls auch die Vitrektomie sowie eine niedrig dosierte Radiotherapie in Frage.


Schlußfolgerungen Der Augenarzt hat die wichtige Aufgabe, bei einem Makulaödem die Differentialdiagnose zu stellen und über derzeit mögliche und sinnvolle Behandlungsmethoden zu entscheiden.

Schlüsselwörter Makulaödem - Differentialdiagnose - Fluoreszenz-Angiographie - alterskorrelierte Makuladegeneration - choroidale Neovaskularisation - diabetische Makulopathie - Laserkoagulation

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S. 317-320 (Art. 516)

Examen du fond d'oeil dans le cadre d'une affection à VIH: quoi de neuf?
Yan Guex-Crosier

Fundusuntersuchung im Rahmen einer HIV-assozierten Erkrankung: Was gibt es neues?

Ziel der Studie Es war angenommen, daß das Risiko, eine CMV-Retinitis zu entwickeln, auftritt, sobald die Zahl der CD4+-Zellen unter 100/mm3 fällt. Falls die Zellen bis auf 50/mm3 sinken, erhöht sich das Risiko akut. Mit der Einführung der HAART (Highly Active Anti-retroviral Therapy; Kombination von 2 Inhibitoren der reversen Transcriptase und einem Hemmer der Protease) hat sich nun aber die klinische Betreuung des immunokomprimierten Patienten grundlegend geändert.

Methodik Klinische Beobachtungen von okulären AIDS-assozierten Krankheiten werden mittels Daten aus der neuesten Literatur beschrieben.

Resultate Die HAART hat eine Erhöhung der CD4+-Zellen zur Folge, die eine Immunantwort erlaubt, welche opportunistische Infektionen bekämpfen kann. Die Läsionen einer CMV-Retinitis umfassen eine starke Entzündungsreaktion, welche ein Hyopyon auslösen kann. Der Glaskörper ist oft infiltriert und die retinalen Blutgefäße können den Aspekt einer "Frosted Angitis" annehmen. Ein zystoides Makulaödem kann ebenfalls auftreten.

Schlußfolgerung Die Erhöhung der Patientenimmunität hat neue Aspekte der CMV-Retinitis gegeben und die Differentialdiagnose der okulären Entzündungskrankheiten erweitert.

Schlüsselwörter AIDS - HAART - Highly Active Anti-retroviral Therapy - CMV-Retinitis - Frosted Angitis - Hyopyon

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S. 321-323 (Art. 522)

Phénomènes endoptiques et acuité visuelle potentielle
Stavros A. Dimitrakos

Entoptische Phänomene und potentieller Visus

Übersicht der Untersuchungsverfahren zur Voraussage des potentiellen Visus Die Voraussage der postoperativ erreichbaren Sehfunktion, bei trüben brechenden Medien, stellt oft ein vielfältiges Problem dar. Die Schätzung der postoperativen Sehschärfe ist von der klinischen Erfahrung des Augenarztes abhängig. Er soll Elemente, hauptsächlich aus der persönlichen Anamnese, aber auch aus der eventuellen Dissoziation zwischen Fern- und Nahvisus bei photopischen und skotopischen Bedingungen oder aus dem Lichtempfindungs- und Lichtlokalisierungsvermögen des Patienten, sowie Elemente aus der Interferenzvisumetrie, der objektiven Untersuchung der noch durchsichtigen brechenden Medien mit direkter und indirekter Beleuchtung an der der Spaltlampe und aus der indirekten Ophthalmoskopie berücksichtigen.

Untersuchungsmethoden Purkinjesche Aderfigur- und Makula-Chagrin-Wahrnehmung, Blaufeldendoptoskopie.

Voraussagemöglichkeiten Durch Lichtstimulation provozierbare entoptische Phänomene wie positive Skotome, Purkinjesche Aderfigur- und Makula-Chagrin-Wahrnehmung oder positive Blaufeldendoptoskopie, dienen unter anderem, im Rahmen der präoperativen Untersuchung, als Minimalforderungen zur Aussage für einen mindestens sozial brauchbaren postoperativen Visus.

Schlüsselwörter entoptische Phänomene - Medientrübungen - potentielle postoperative Sehschärfe

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S. 324-327 (Art. 509)

Hallucinations et illusions visuelles, des symptomes souvent méconnus du praticien
François-Xavier Borruat

Visuelle Halluzinationen oder Illusionen

Hintergrund Visuelle Halluzinationen oder Illusionen sind keine seltenen Symptome, die jedoch oft nicht erkannt werden.

Zweck Beschreibung und Erläuterung der verschiedenen Illusionen und Halluzinationen, die in einer neuro-ophthalmologischen Praxis aufkommen.

Methode Zusammenfassender Artikel

Ergebnisse Halluzinationen sind Wahrnehmungen, die nicht auf einer sensorischen Stimulation beruhen, wobei Illusionen Mißinterpretationen einer korrekten sensorischen Stimulation sind. Beide Situationen können durch Medikamente oder durch einen veränderten Mentalstatus verursacht werden. Visuelle Halluzinationen können entweder strukturiert (Objekte oder Personen) oder unstrukturiert sein (Licht, geometrische Formen). Die Ursachen können eine antechiasmatische Läsion, ein epileptischer Anfall, eine Migräne und mangelnde sensorische Afferenz sein. Untersuchungen sollten in der Richtung einer Retinopathie, einer optischen Neuropathie, einer chiasmatischer, retrochiasmatischer oder bilateralen prechiasmatischer Läsion gehen. Visuelle Illusionen umfassen Metamorphopsien, Mikro- und Makropsien, Polyopie, Palinopsie (Andauern eines Bildes), Achromatopsie, das Puilfirch-Phänomen oder die subjektive Vertikaldeviation. Die Ursachen einer Illusion können Netzhautläsionen, eine Läsion auf dem optischen Nerv, im Sehkortex oder in den graviceptischen Wegen sein.

Schlußfolgerung Da die meisten Patienten nicht spontan ihre Symptome erklären, ist die Krankengeschichte sehr wichtig. Als erstes sollte ein Medikament oder eine Veränderung des Mentalstatus als Ursache dieser Symptome ausgeschlossen werden. Danach sollte eine gut geführte funktionelle Untersuchung erlauben, den Ort der Läsion zu identizieren.

Schlüsselwörter Visuelle Halluzination - visuelle Illusion - Charles-Bonnet-Syndrom

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S. 328-331 (Art. 521)

Vom Symptom zur Elektroretinographie-Diagnose
Günter Niemeyer

Zusammenfassung

Retinale Funktionsstörungen lassen sich, in Ergänzung zur klinischen Untersuchung, mit dem ERG objektiv dokumentieren. Symptome wie schlechtes Sehen in der Dämmerung, "Tagblindheit" mit Photophobie, Nystagmus, frühkindliche Sehstörung oder unklare Gesichtsfeldausfälle sind sinnvolle Indikationen zur ERG-Untersuchung. Wir verwenden standardisierte Einzelblitz-Ganzfeld ERG des Stäbchen- und des Zapfensystems und bei Kleinkindern erfolgt die ERG-Ableitung in ambulanter Anästhesie.

Das Unterscheiden zwischen Funktionsdefizit im Stäbchen- und/oder im Zapfensystem, oder zwischen kongenital-stationärer und degenerativ-progredienter Netzhautveränderung ist mit einem ERG-Befund möglich. Nicht selten gilt es, Funktionsausfälle bei normalem Fundusaspekt elektrophysiologisch abzuklären (z. B. kongenital-stationäre Nachtblindheit, Achromatopsie, Retinitis pigmentosa sine pigmento, toxische Schäden, Frühstadium der progressiven Zapfendystrophie). Leber's kongenitale Amaurose, frühkindliche Retinitis pigmentosa, Usher-Syndrom und Netzhautbeteiligung bei neuropädiatrischen/metabolischen Syndromen werden mit einer sehr früh erfolgenden Ableitung des ERG erfaßt oder ausgeschlossen. Synoptische Beurteilung des Ganzfeld-ERG, des Muster-ERG und der visuell evozierten kortikalen Potentiale ergänzen neuro-ophthalmologische Abklärungen.

Schlüsselwörter ERG - Elektroretinographie - Netzhautdegeneration - Nachtblindheit

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S. 332-335 (Art. 517)

Leucocorie chez l'enfant: une urgence et un défi
Aubin Balmer, Francis Munier

Die Leukokorie beim Kind: ein Notfall und eine Herausforderung

Ziel Ärzte sollen auf die Tragweite der Leukokorie beim Kind aufmerksam gemacht werden.

Methode Ausgehend von den Symptomen werden die klinischen und paraklinischen Kriterien beschrieben, die die Diagnose von Krankheitsbildern ermöglichen, die zu einer Leukokorie führen können.

Ergebnisse Über die Hälfte der weißen Pupillen sind mit einem Retinoblastom assoziiert. Die anderen wichtigen Ursachen sind mit absteigender Häufigkeit: ein persistierender primärer Glaskörper, Morbus Coats, die okuläre Toxocariasis, die Frühgeborenen-Retinopathie und Hamartome der Netzhaut. Die Diagnose wird meistens mit dem Augenspiegel gestellt, kann jedoch bei atypischer Präsentation oder bei Spätkomplikation erhebliche Probleme bieten. Das Alter, das Geschlecht, die Vererbung, Einseitigkeit, und vor allem das evtl. Vorhandensein von Verkalkungen und die Größe des Bulbus sind die klinischen Hauptkriterien für die Evaluation. Die Echographie spielt ebenso eine unabdingbare Rolle in der Abklärung der Leukokorie, deren Therapie bis zu einer Enukleation führen kann.

Schlußfolgerung Eine weiße Pupille beim Kleinkind stellt immer ein Alarmzeichen dar, und eine möglichst schnelle Abklärung der Ursache ist unerläßlich.

Schlüsselwörter Leukokorie - Retinoblastom - Pseudo-Retinoblastome

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S. 336-339 (Art. 518)

Ophthalmologische Untersuchung des Kleinkindes
Corina Klaeger-Manzanell

Zusammenfassung

Hintergrund Die Untersuchung des Kleinkindes braucht Geduld, spezielle Kenntnisse und Untersuchungstechniken, um rasch und für die Praxis ohne apparativen Aufwand zu einer zuverlässigen ophthalmologischen Beurteilung zu kommen.

Material und Methoden Basierend auf der Literatur und der eigenen Erfahrung werden die geeignetsten Tests vorgestellt und die Ergebnisse differentialdiagnostisch diskutiert.

Schlußfolgerungen Beobachtung und einfache klinische Untersuchungen führen in der Mehrzahl der Fälle zu einer Diagnose. In gewissen Situationen braucht es zusätzlich elektrophysiologische Tests oder bildgebende Verfahren.

Schlüsselwörter Amblyopie - Strabismus - Nystagmus - Pupillenreaktion - Kleinkind - Untersuchung - Sehbehinderung

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S. 340-345 (Art. 519)

Le strabisme concomitant: du strabisme aux syndromes strabiques
André Roth

Das konkomitanten Schielen: vom Schielen zum Schielsyndrom

Ziel des Referates Es soll gezeigt werden, wie man vom Zeichen "Schielen" (vorausgesetzt die Diagnose des konkomitanten Schielens sei gesichert), zur Diagnose eines der konkomitanten Schielsyndrome gelangt und, folglich, zur geeigneten therapeutischen Strategie.

Methode Zeichen, die bei jedem Schielpatienten mit der Abweichung der Augen verbunden sind, führen, Schritt für Schritt, zur Diagnose eines bestimmten Schielsyndroms.

I Das Alter des Patienten beim Auftreten des Schielens und der Charakter der Abweichung, intermittierend oder konstant, sei diese konvergent oder divergent, ermöglichen, als erster Schritt, die potentielle Binokularität des Früh- oder Spätschielens abzuschätzen.

I Die Gruppe der Frühschielenden umfassen das frühkindliche manifeste Schielen und den Mikrostrabismus. Beide haben anormale Binokularität. Es soll hier besonders nach Schielamblyopie und dem von Lang beschriebenen frühkindlichen Schielsyndrom gesucht werden. Intermittierendes Schielen mit potentieller normaler Binokularität ist selten.

I In der Gruppe der Spätschielenden (einschließend das akkommodative Schielen) soll die Netzhautkorrespondenz, mit entsprechenden Testen und mit Prismenkompensation, bzw. mit Bifokalgläsern, untersucht werden, um im Einzelfall den dekompensierten Mikrostrabismus mit anormaler Binokularität von dem normosensorischen Spätschielen zu unterscheiden. In manchen Fällen bleibt jedoch diese Trennung unsicher, was eventuel später zu einer subnormalen Binokularität führen kann.

Resultate Mit dem geschilderten systematischen Verfahren kann jeder Schielfall in eines der verschiedenen Schielsyndrome eingeordnet werden. Aufgrund einer genauen Diagnose kann dann eine geignete Behandlung eingesetzt werden. Die therapeutischen Ziele, die in jedem der Syndrome erreicht werden können, werden angedeutet.

Diskussion Eine umfassende Klassifikation wird nur möglich mit der Kombination von zwei Ausgangspunkten, Früh- oder Spätbeginn des Schielens, einerseits, anormale oder normale binokulare Verhältnisse, anderseits.

Schlußfolgerung Der vorgeschlagene Zugang zur Diagnose des konkomitanten Schielens sollte als Leitlinie für die klinische Praxis dienen.

Schlüsselwörter Konkomitantes Schielen - klinische Diagnose - Klassifikation

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S. 346-350 (Art. 520)

Diplopie: Vom Symptom zur Diagnose
Hedwig J. Kaiser

Zusammenfassung

Hintergrund Die folgende Übersicht soll ein grobes Raster vermitteln, wie sie bei Patienten mit Diplopie durch geeignete Diagnostikschritte zur Diagnose kommen und welche Differenzialdiagnosen in Frage kommen.

Methode Die genaue Anamnese bezüglich Auftreten der Doppelbilder, Konstanz und subjektive Wahrnehmung ist unerläßlich. Wenn ein Patient über Diplopie berichtet, sollte der Untersucher vor einer weiteren Abklärung der Augenbeweglichkeit prüfen, ob der Patient wirklich binokular doppelt sieht, um so monokulare Doppelbilder auszuschließen. Ist die Diplopie binokular verursacht, so kann man durch den Rotglas-Test die Lage der Doppelbilder bestimmen. In einem nächsten Schritt prüft man die monokularen Bewegungsstrecken und untersucht die Schielwinkel in den 9 Blickrichtungen, um eine bestehende Inkomitanz zu erfassen.

Ergebnis Wichtigste Ursachen einer Diplopie sind neurogene Paresen, mechanische Einschränkungen - posttraumatisch oder entzündlich - supranukleäre Bewegungsstörungen und Störungen der neuromuskulären Übertragung.

Schlußfolgerung Mit einem einfachen und klaren Diagnostikschema gelingt es rasch, die zugrunde liegende Ursache der Diplopie zu erarbeiten.

Schlüssenwörter Diplopie - Cover-Test - Forced-duction-Test - neurogene Paresen - supranukleäre Bewegungsstörungen - mechanisch bedingte Bewegungsstörungen

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S. 351-356 (Art. 524)

60 Jahre Alfred-Vogt-Stiftung. Die Preisträger und ihre Arbeiten
Frank M. Sens, Balder P. Gloor

Zusammenfassung

Hintergrund Der Alfred-Vogt-Preis ist die höchste Anerkennung, welche in der Schweiz für Arbeiten in der Ophthalmologie und ihrer Grenzgebiete vergeben werden kann. 60 Jahre Alfred-Vogt-Stiftung und die Jahresversammlung der Schweizerischen Ophthalmologischen Gesellschaft in Zürich, dem Ort des Wirkens des Stifters, sind Grund, die Tätigkeit der Stiftung zu würdigen und die Preisträger mit ihren Arbeiten zusammenzustellen.

Methode Die Lebensdaten von Alfred Vogt konnten aus biographischen Werken entnommen werden. Aus dem Archiv der Stiftung und den Jahresberichten der Schweizerischen Ophthalmologischen Gesellschaft wurden die Preisträger und die ausgezeichneten Arbeiten herausgesucht.

Ergebnisse Alle Träger und Trägerinnen des Vogt-Preises und wofür sie ausgezeichnet wurden, werden genannt. In den 60 Jahren des Bestehens der Stiftung wurde der Preis an 53 Forscher/Innen oder Forschergruppen vergeben. In 9 Jahren gab es so viele gute Arbeiten, daß der Preis für verschiedene Arbeiten an mehrere Preisträger verteilt wurde, in anderen Jahren aber, nämlich 18mal, erfolgte keine Preisverleihung, weil keine preiswürdigen Arbeiten vorlagen. Vor allem von 1945 bis 1968 war das Kuratorium sehr zurückhaltend. Sieben Forscher oder deren Arbeitsgruppen erhielten den Preis mehrmals.

Schlußfolgerungen Das Verzeichnis der Träger und Trägerinnen des Alfred-Vogt-Preises spiegelt die Geschichte der schweizerischen Ophthalmologie wider. Mit dem Preis wurden zahlreiche Forscher gefördert, die sich mit ihren weiteren Arbeiten des Preises würdig erwiesen haben und welche ihrerseits die Ophthalmologie z.T. maßgebend gefördert haben.

Schlüsselwörter Alfred Vogt - Vogt-Preis - Geschichte der Ophthalmologie - Ophthalmologie der Schweiz

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