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1. Wie funktioniert das Auge?
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Anatomie und Sehfunktion

Was bedeutet "Sehen"?

Sehen bedeutet, daß Lichtstrahlen, die ins Auge fallen, lichtempfindliche Rezeptoren und dadurch Nerven anregen, Signale ans Gehirn zu senden.
Ins Auge gelangen die Lichtstrahlen durch die Pupille und Linse. Die Linse bündelt die Lichtstahlen und führt zu einem klaren Abbild der Umgebung auf der Netzhaut, die sich an der Rückwand des Auges befindet. Die Netzhaut ist eine Schicht aus überaus feinen lichtempfindlichen Rezeptoren und dünnen Nervenzellen, die den Lichteindruck ins Gehirn weiterleiten. Die Photorezeptoren reagieren auf das Licht und schicken Signale über die dünnen Nervenfasern zum Sehnerv, der von der Rückwand des Auges in das Gehirn führt. Bestimmte Teile des Gehirns empfangen und verarbeiten die Signale. Man empfindet ("sieht") nun das Bild.


Bild mit freundlicher Genehmigung aus Chibret Augenatlas, 1998

Eine knöcherne Augenhöhle schützt den Augapfel

     Wenn man die Augen im Spiegel anschaut, kann man nur einen Teil davon sehen. Das ganze Auge hat etwa die Form einer kleinen Kugel mit einen Durchmesser von ca 22mm, deshalb spricht man auch vom "Augapfel". Die Augen liegen geschützt in den Augenhöhlen (Orbita), die von Schädelknochen gebildet werden. Zusätzlichen Schutz bietet die äußere Haut des Auges aus festem weißen Gewebe (Lederhaut oder Sklera). Sie geht vorne in die durchsichtige Hornhaut (Kornea) über, die die Aufgabe hat, die Linse zu schützen.
Bild mit freundlicher Genehmigung aus Chibret Augenatlas, 1998

"Grüne Augen"- Die Augenfarbe ist die Farbe der Regenbogenhaut

     Die zweite Gewebsschicht des Auges ist dunkel und von vielen Blutgefäßen durchzogen (Aderhaut oder Choroidea). Der vordere Teil dieser Schicht, die Regenbogenhaut oder Iris, liegt zwischen der Hornhaut und der Linse. In der Mitte hat die Iris ein Loch, die Pupille. Mit Hilfe von Muskeln kann die Regenbogenhaut (Iris) die Pupille vergrößern und verkleinern und dadurch steuern, wieviel Licht durch die Pupille auf die Linse und damit ins Auge fällt. Die Farbe der Iris - blau, grau, braun, usw- bezeichnet die Augenfarbe.
Bild mit freundlicher Genehmigung aus Chibret Augenatlas, 1998

Die Linse macht das Bild scharf

Hinter der Pupille liegt die Linse. Von der Linse verlaufen feine Muskelfasern zu der festen, äußeren Haut des Augapfels, die die Dicke der Linse verändern können. Das ist notwendig, damit sowohl von nahegelegenen als auch von weiter entfernten Gegenständen ein scharfes Bild auf der Netzhaut entsteht.     
Bild mit freundlicher Genehmigung aus Chibret Augenatlas, 1998.

Die Netzhaut als Computer

     Die dritte Schicht, die innerste Auskleidung des Augapfels, ist die Netzhaut (Retina). Sie besteht aus einer Schicht von lichtempfindlichen Nervenzellen Photorezeptoren) und Nervenzellen, die die Signale verarbeiten. Die Nervenzellen der Netzhaut stellen einen kleinen Computer dar, der bereits in der Netzhaut das Bild verbessert. Mit den Netzhautnervenzellen wird der Bildkontrast verbessert, die Farben leuchtender gemacht und Bewegungen im Bild deutlicher dargestellt.
Bild mit freundlicher Genehmigung aus Chibret Augenatlas, 1998.

Der Glaskörper hält das Auge in Form

Der Augapfel ist mit einer durchsichtigen, gallertartigen Masse (Glaskörper) gefüllt, die die Bündelung der Lichtstrahlen fördert und dazu beiträgt, daß der Augapfel seine Form behält.

    
Bild mit freundlicher Genehmigung aus Chibret Augenatlas, 1998

Die Tränen sind nicht nur zum Weinen da

     Die Augen werden durch Ober- und Unterlider geschützt. Im Oberlid ist eine kleine Tränendrüse, aus der die Tränen kommen. Tränen sind nicht nur da, damit man weinen kann, sie halten auch die Augen feucht und sauber. Die Augenlider blinzeln ungefähr 20x pro Minute. Dadurch werden Staubteilchen von den Augen abgehalten und die Tränenflüssigkeit ständig über die Augenoberfläche verteilt.
Bild mit freundlicher Genehmigung aus Chibret Augenatlas, 1998

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