|
Inhalt
> Informationen zu Augenkrankheiten
und Operationen am Auge > Grüner Star (Glaukom)
 |
| 3.
Informationen zu Augenkrankheiten und Operationen am Auge |
 |
 |
Aktuelles
Kapitel: Grüner Star (Glaukom)
Weitere Kapitel: Kurz-/Weit/Alterssichtigkeit
· Grauer Star (Katarakt) · Makuladegeneration
· Diabetische Retinopathie ·
"Trockenes Auge" · "Konjunktivitis"
· Amblyopie
Glaukom oder
Grüner Star
|
Bild
mit freundlicher Genehmigung aus
Chibret Augenatlas, 1998 |
Was
ist ein Glaukom?
In den
Deutschland ist das Glaukom eine Hauptursache für Blindheit, besonders
bei alten Menschen. Der Verlust der Sehkraft kann jedoch vermieden werden,
wenn das Leiden früh genug behandelt wird.
Das Glaukom ist eine Krankheit des Sehnervs. Der Sehnerv überträgt die
Bilder, die wir sehen, zum Gehirn. Der wichtigste Faktor ist ein erhöhter
Augeninnendruck, Normalerweise ist der AUgeninnendruck 11-21 mmHg. Je
höher der Augendruck, desto größer die Gefahr, daß der Sehnerv geschädigt
wird.
Der Sehnerv gleicht einem elektrischen Kabel, das eine riesige Anzahl
von Drähten enthält. Das Glaukom kann Nervenfasern schädigen, und das
führt zu Gesichtsfelddefekten.
Vielfach bemerken Patienten diese Gesichtsfeldeinschränkungen nicht,
bis der Sehnerv schon stark geschädigt ist. Wenn der ganze Nerv zerstört
ist, ist die Folge Blindheit.
Eine frühzeitige Erkennung und Behandlung durch Ihren Augenfacharzt
sind die beiden wesentlichen Faktoren, eine Schädigung des Sehnervs
und durch das Glaukom verursachte Blindheit zu verhindern.
|
Wodurch
wird ein Glaukom verursacht?
Eine klare
Flüssigkeit, genannt Kammerwasser, wird vom Strahlenkörper (Ciliarkörper)
gebildet und über den Kammerwinkel (Trabekelwerk) aus dem Auge herausgefiltert.
Diese Flüssigkeit ist nicht Teil der Tränen auf der äußeren Oberfläche
des Auges. Man kann sich den Kammerwasserfluß im Auge wie ein Waschbecken
vorstellen, bei dem der Wasserhahn immer angestellt ist.
Wenn das "Abflußrohr" verstopft wird, sammelt sich Wasser im Waschbecken
und es bildet sich Druck (Augeninnendruck). Wenn der Abfluß des
Auges, d.h. der Kammerwinkel (Trabekelwerk), blockiert ist, kann sich
der Flüssigkeitsdruck im inneren Auge u.U. so verstärken, daß der Augendruck
auf Werte über 30mmHg steigen und der Sehnerv geschädigt werden kann.
 |
 |
| Das
Kammerwasser wird im Zililarkörper gebildet, strömt
von der hinteren Augenkammer durch die Pupille in die vordere
Augenkammer und fließt im Kammerwinkel ab. Es liefert
die Nährstoffe für Hornhaut und Linse. |
|
| Im
Kammerwinkel fließt das Kammerwasser ab. |
|
| Bilder
mit freundlicher Genehmigung aus Glaukom-Atlas, Pharmacia&Upjohn |
Welche
verschiedenen Arten von Glaukomen gibt es?
Chronisches
Offenwinkelglaukom: Das primär chronische Offenwinkelglaukom ist
die häufigste Art Glaukom und eine Alterserscheinung. Das "Abflußrohr"oder
der Kammerwinkel (Trabekelwerk) des Auges wird mit der Zeit weniger
leistungsfähig und der Druck im Auge wird allmählich stärker (21-35
mmHg). Wenn dieser verstärkte Druck eine Schädigung des Sehnervs zur
Folge hat, nennt man das ein chronisches Weitwinkelglaukom. Ein Großteil
der erwachsenen Glaukompatienten haben diese Art Glaukom. Das primär
chronische Offenwinkelglaukom kann das Gesichtsfeld einengen und die
Sehkraft so allmählich und schmerzlos schädigen, daß der Patient sich
keiner Probleme bewußt ist, bis der Sehnerv stark geschädigt ist.
Normaldruckglaukom: Bei dieser Glaukomform ist der Augeninnendruck
im normalen Bereich unter 21mmHg. Die Ursache dieser Glaukomform ist
noch unklar. Man vermutet, daß Durchblutungsstörungen im Bereich der
Netzhaut und des Sehnerven ursächlich beteiligt sind. Ähnlich zum chronischen
Offenwinkelglaukom kann das Normaldruckglaukom das Gesichtsfeld einengen
und die Sehkraft allmählich und schmerzlos schädigen, ohne daß erhöhte
Augeninnendruckwerte jemals gemessen werden.
Winkelblockglaukom: Manchmal wird der Kammerwinkel (Trabekelwerk)
des Auges vollständig verstopft.Dabei ist es so, als ob ein Blatt Papier,
das in der Nähe eines Abflußrohrs herumschwimmt, sich plötzlich vor
die Öffnung legt und den Abfluß aus dem Waschbecken blockiert. Die Iris
oder Regenbogenhaut kann im Auge wie ein Blatt Papier fungieren, das
den Kammerwinkel (Trabekelwerk) verschließt.Wenn sich der Augendruck
rapide verstärkt, nennt man das ein akutes Winkelblockglaukom. Die Augeninnendruckwerte
können auf bis zu 45 mmHg ansteigen. Die Symptome sind u.a.:
- Schleier
vor den Augen
- starke
Augenschmerzen
- Kopfschmerzen
- Regenbogen-Halos
um Lampen herum
- Übelkeit
und Erbrechen.
Wenn Sie
eines dieser Symptome haben, rufen Sie sofort Ihren Facharzt für Augenkrankheiten
an. Wenn ein Augenarzt ein akutes Winkelblockglaukom nicht schnell behandelt,
kann das zur Erblindung führen.
Wie
wird ein Glaukom festgestellt?
Regelmäßige
Untersuchungen der Augen durch Ihren Facharzt für Augenkrankheiten sind
die beste Weise, um ein Glaukom festzustellen. Ihr Augenarzt kann ein
Glaukom feststellen und behandeln.
Im Zuge einer umfassenden und schmerzlosen Untersuchung führt Ihr Augenarzt
folgende Schritte durch:
- Messung Ihres intraokularen Drucks (Tonometrie)
- Untersuchung des Kammerwinkels (Trabekelwerk) (Gonioskopie)
- Bestimmung einer möglichen Schädigung des Sehnervs (Ophthalmoskopie)
- Untersuchung des Blickfelds bei beiden Augen (Perimetrie)
Einige dieser Untersuchungen sind möglicherweise nicht bei jedem Patienten
erforderlich. Die Untersuchungen müssen u.U. regelmäßig wiederholt werden,
um festzustellen, ob die glaukombedingte Schädigung mit der Zeit zunimmt.
Messung des intraokularen Drucks (Tonometrie):
 |
|
DerAugeninnendruck
gehört zu den Körperkonstanten wie Temperatur, Puls
oder Blutdruck. Ein Augeninnendruck unter 21 mmHg gilt als normal.
|
Bild
mit freundlicher Genehmigung aus
Glaukom-Atlas, Pharmacia&Upjohn |
Gesichtsfeld
mit beginnenden Defekten:
 |
 |
| Im
Zentrum des Gesichtfeldes liegt der Punkt des schärfsten Sehens
und damit die höchste Lichtempfindlichkeit. Die dunkle Flächen
stellen Gesichtfeldausfälle dar, sie nehmen beim unbehandelten
Glaukom zu. |
Bei
wem besteht die Gefahr eines Glaukoms?
Ein hoher Druck allein bedeutet noch nicht, daß Sie ein Glaukom haben.
Bei der Bestimmung, ob bei Ihnen die Gefahr eines Glaukoms besteht,
zieht Ihr Augenarzt viele verschiedene Faktoren in Betracht.
Die wichtigsten Risikofaktoren sind:
- Alter
- Familienanamnese mit Glaukom
- Kurzsichtigkeit
- erlittene Augenverletzungen
Der Augenarzt wägt all diese Faktoren ab, bevor er entscheidet, ob
ein Glaukom zu behandeln ist oder ob genau überwacht werden sollten.Dabei
wird überprüft, ob die Gefahr der Glaukombildung bei Ihnen größer als
normal ist und ob Sie regelmäßig untersucht werden müssen, damit die
Frühzeichen einer Schädigung des Sehnervs festgestellt werden können.
Wie wird das Glaukom behandelt?
Eine Schädigung des Sehnerven durch ein Glaukom ist in der Regel nicht
umkehrbar. Mit Augentropfen, Tabletten, Laser und chirurgische Eingriffe
wird eine weitere Schädigung verhindert oder verlangsamt.
Bei allen Arten Glaukom sind periodische Untersuchungen sehr wichtig,
um einen Verlust der Sehkraft zu verhindern. Weil sich ein Glaukom verschlechtern
kann, ohne daß Sie es merken, muß Ihre Behandlung u.U. gelegentlich
geändert werden.
Medikamente
Ein Glaukom wird normalerweise mit Augentropfen behandelt, die mehrmals
am Tag genommen und manchmal mit Tabletten (Carboanhydrase-Hemmer, z.B.
Diamox) kombiniert werden. Diese Medikamente erniedrigen den Augendruck,
entweder indem sie die Produktion der wäßrigen Flüssigkeit im Auge (Kammerwasser)
verringern oder deren Abfluß aus dem Kammerwinkels (Trabekelwerk) verbessern.
Damit diese Medikamente erfolgreich sind, müssen sie regelmäßig und
ohne Unterbrechung eingenommen werden. Außerdem ist es wichtig, daß
Sie all Ihre behandelnden Ärzte über die Augenmedikamente informieren,
die Sie nehmen.
Glaukommedikamente können Nebenwirkungen haben. Benachrichtigen Sie
Ihren Augenarzt sofort, wenn Sie den Verdacht haben, daß bei Ihnen Nebenwirkungen
auftreten.
Manche Augentropfen haben folgende Nebenwirkungen:
- Brennen
- rote
Augen
- Schleier
vor den Augen
- Kopfschmerzen
- Änderung
im Puls, Herzschlag oder in der Atmung
Tabletten
(Carboanhydrase-Hemmer, z.B. Diamox) rufen manchmal folgende Nebenwirkungen
hervor:
- Kribbeln
in Fingern und Zehen
- Schläfrigkeit
- Appetitverlust
- unregelmäßigen
Stuhlgang
- Nierensteine
- Anämie
oder leichtes Bluten
Laserchirurgie
Eine Behandlung
durch Laserchirurgie kann bei verschiedenen Arten Glaukom wirkungsvoll
sein. Ein Laser wird normalerweise auf zwei verschiedene Weisen angewendet.
Beim Offenwinkelglaukom wird das Trabelelwerk im Kammerwinkel direkt
behandelt. Dabei wird der Kammerwasserabfluß unter Verwendung des Lasers
verbessert (Laser-Trabekeloplastik), damit der Augendruck niedriger
wird.
Beim akuten oder chronischen Winkelblockglaukom macht der Laser eine
kleine Öffnung in die Iris (Iridotomie), damit der Fluß der Kammerwasserflüssigkeit
zum Trabekelwerk verbessert wird.
Schema
einer Laser Behandlung des Kammerwinkels zur Senkung des intraokulären
Druckes
 |
|
Mit
Hilfe des Laserstrahles werden in das Trabekelmaschenwerk kleine
Herde gebrannt.
|
Bild
mit freundlicher Genehmigung aus
Glaukom-Atlas, Pharmacia&Upjohn |
Operation
Wenn eine
Operation zur Bekämpfung des Glaukoms nötig ist, benutzt Ihr Augenarzt
Miniaturinstrumente, um einen neuen Abflußkanal für die Kammerwasserflüssigkeit
aus dem Auge zu schaffen. Der neue Abflußkanal hilft, den Augendruck
zu verringern.
Ernste Komplikationen sind bei modernen Glaukomoperationen selten. Es
können jedoch wie bei allen Operationen auch hier Komplikationen auftreten.
Eine Operation ist nur dann zu empfehlen, wenn Ihr Augenarzt es für
besser hält zu operieren, anstatt eine weitere Schädigung des Sehnervs
zu riskieren.
Schema
einer Filter-Operation zur Senkung des intraokulären Druckes
 |
|
Durch
eine kleine Öffnung in der Lederhaut kann das Kammerwasser
unter die Bindehaut abfließen.
|
Bild
mit freundlicher Genehmigung aus
Glaukom-Atlas, Pharmacia&Upjohn |
Was
ist Ihre Aufgabe bei der Behandlung?
Zur Behandlung
eines Glaukoms ist ein "Team" nötig, das aus Ihnen und Ihrem Arzt besteht.
Ihr Augenarzt kann Medikamente für das Glaukom verschreiben, aber nur
Sie allein können Ihre Augentropfen oder Pillen nehmen.
Hören Sie niemals auf, die verschriebenen Augentropfen anzuwenden oder
die Medikamente einzunehmen. Ändern Sie nie die antiglaukomatöse Therapie,
ohne dies zuerst mit Ihrem Augenarzt zu besprechen. Häufige Augenuntersuchungen
und Tests sind zur Überwachung Ihrer Augen und zur Feststellung von
Veränderungen von wichtiger Bedeutung. Denken Sie daran, es geht um
Ihr Sehvermögen, und Sie müssen Ihren Teil tun, damit es erhalten bleibt.
Der
Verlust der Sehkraft ist zu verhindern
Regelmäßige
Augenuntersuchungen können dazu beitragen, unnötigen Verlust der Sehkraft
zu vermeiden. Untersuchungen sollten wie folgt stattfinden:
Alle 2
Jahre
- wenn
Sie 39 Jahre oder älter sind
Jedes
Jahr
- wenn
ein Familienmitglied bereits an einem Glaukom leidet
- wenn
Sie schon einmal eine ernste Augenverletzung hatten
- wenn
Sie Steroid-Medikamente nehmen
- wenn
Sie afrikanischer Abstammung sind
Kurz-/Weit/Alterssichtigkeit
· Grauer Star (Katarakt) · Grüner
Star (Glaukom) · Makuladegeneration
· Diabetische Retinopathie ·
"Trockenes Auge" · "Konjunktivitis"
· Amblyopie
Copyright
© 2000 Online Journal of Ophthalmology · Impressum
· Probleme? Mail an webmaster@onjoph.com
|