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Geschrieben von Dr. Ursula Schlötzer-Schrehardt am Februar 29, 2000 at 13:54:59:
Als Antwort auf Kapselhäutchen geschrieben von Dr.hans Theopold am February 11, 19100 at 16:58:31:
Sehr geehrter Herr Dr. Theopold, seit den Arbeiten von Harnisch sind doch eine grosse Anzahl histopathologischer Arbeiten zum Thema Pseudoexfoliations (PEX-Syndrom publiziert worden, mindestens 15 davon aus unserer Klinik (Augenklinik Erlangen). Ich kann Ihnen gerne, wenn Sie möchten, einige Sonderdrucke zuschicken. Die damalige Meinung, beim PEX-Material handele es sich um Amyloid-Ablagerungen, konnte aufgrund neuerer Untersuchungen von keiner Arbeitsgruppe bestätigt werden und ist somit nur noch von historischem Interesse. Heute mehren sich die Indizien dafür, daß es sich um eine Art von Elastose handelt, die mit der Ablagerung eines elastischen fibrillären Materials in intra- und extraokulären Geweben einhergeht. Dieses aberrante Material wird von den verschiedensten Zelltypen produziert, u.a. auch von den Trabekelendothelzellen selbst, lagert sich im Trabekelwerk ab, und führt aufgrund einer Abflußbehinderung zur chronischen Widerstandserhöhung. Warum nur ein Teil der Patienten ein Glaukom entwickelt (in der Literatur sind es etwa 50% der Patienten mit PEX-Syndrom), ist nicht bekannt. Man vermutet aber, daß neben dem PEX-Syndrom noch weitere prädisponierende Faktoren ("Glaukom-Gene") ausschlaggebend sind. Der hohe Anteil von 60% PEX bei selektierten Kataraktpatienten ist nicht erstaunlich, da eine Assoziation des PEX-Syndroms mit koexistierenden Linsentrübungen bekannt ist. In der normalen Bevölkerung kommt das PEX-Syndrom wesentlich weniger häufig vor, etwa 10% in der älteren Bevölkerung ab 60 Jahren. Systematische Untersuchungen von älteren Spenderaugen haben gezeigt, daß es sich nicht um einen normalen Altersprozess, sondern um einen pathologischen Prozess handelt, der auch in der Mehrheit der über 80- oder 90-jährigen Augen nicht zu finden ist. Für weitere Informationen, auch Zusendung von Literatur aus unserem Haus, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Mit freundlichen Grüssen, Ursula Schlötzer-Schrehardt
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